KI als aktueller Treiber
Das Web Camp war inhaltlich stark von Künstlicher Intelligenz geprägt. In vielen Vorträgen und Diskussionen wurden Fragen erörtert, welche Auswirkungen diese neuen Technologien auf bestehende Systeme, Rollenprofile und Arbeitsweisen haben werden.
Content-Management-Systeme wie TYPO3, Drupal oder WordPress werden bereits mit umfangreichen KI-Funktionalitäten erweitert und ermöglichen so völlig neue, automatisierte Arbeitsabläufe. Klassische CMS werden nicht verschwinden, sich aber deutlich verändern.
Auch Unternehmen und Behörden außerhalb der Agenturwelt beschäftigen sich zunehmend damit, wie sie KI sinnvoll in ihre Prozesse integrieren können. Gleichzeitig bleibt vieles im Fluss. Der Tenor vieler Beiträge war daher pragmatisch: Ausprobieren und selbst Erfahrungen sammeln.

TYPO3: eine v14 und zwei Relaunches
In Venlo lag ein großer Schwerpunkt auf TYPO3. Mit Blick auf die kommende Version 14 wurden zahlreiche neue Funktionen und Konzepte vorgestellt, die sowohl die Arbeit von Redakteuren als auch von Entwicklern weiter verbessern sollen. Dazu zählen u.a. ein überarbeitetes Backend, das Standard-Theme „Camino“ und ein erweitertes Side Panel, das die Arbeit im System weiter vereinfachen soll.
TYPO3 hat seine beiden zentralen Webauftritte, typo3.com und typo3.org in einem gemeinsamen Projekt zusammengeführt. Ziel war es, die unterschiedlichen Rollen innerhalb des TYPO3-Ökosystems klarer zu strukturieren und gleichzeitig Synergien zu schaffen. Dabei standen grundlegende Fragen im Mittelpunkt: Wie lassen sich Inhalte sinnvoll bündeln? Welche Zielgruppen werden adressiert und wie können ihre Bedürfnisse bestmöglich abgebildet werden?
Der Beitrag gab einen Einblick in das Projekt selbst und den aktuellen Stand der Umsetzung. Deutlich wurde, dass ein Relaunch dieser Größenordnung kein linearer Prozess ist, sondern kontinuierliche Abstimmung, Priorisierung und Anpassung erfordert. Planung, Realität und Ergebnis entwickeln sich dabei oft unterschiedlich – und genau aus diesen Abweichungen entstehen wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Plattform.
Accessibility & Open Source
Am Samstag gestalteten Jens Krumm und Marc Haunschild gemeinsam eine Session, in der sie verschiedene Perspektiven auf Barrierefreiheit zusammenführten.
Während Marc Haunschild zunächst die regulatorischen Rahmenbedingungen und gesetzlichen Anforderungen einordnete, lag der Fokus von Jens Krumm auf der praktischen Umsetzung und deren Auswirkungen auf die Nutzer. Dabei wurde deutlich, dass viele Barrieren im Web nicht durch technische Komplexität entstehen, sondern durch vermeidbare Design- und Umsetzungsentscheidungen.
Anhand konkreter Beispiele wurden typische Probleme wie fehlende Alternativtexte, unzureichende Kontraste, schlecht bedienbare Interfaces oder bewusst eingesetzte Dark Patterns, die Nutzerinnen und Nutzer in bestimmte Richtungen lenken, aufgezeigt. Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit Einschränkungen, sondern verbessert die Nutzbarkeit digitaler Angebote insgesamt.
Download Präsentation von Jens Krumm
Neben dem eigenen Vortrag war das +Pluswerk auch im Community-Kontext aktiv. Jens Krumm nahm gemeinsam mit Jo Hasenau und Boris Hinzer an der Diskussionsrunde „Open Source work as volunteering work“ teil. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Finanzierung, Verantwortung und Weiterentwicklung von Open-Source-Projekten.
Da alle drei Teilnehmer gleichzeitig Kandidaten für die aktuelle TYPO3-Board-Wahl sind, wurde auch die zukünftige Ausrichtung der Community intensiv auf dem Podium diskutiert – von strategischen Prioritäten bis hin zur langfristigen Sicherung der Weiterentwicklung von TYPO3.

Fazit: Technik trifft Community
Das Web Camp Venlo hat wieder gezeigt, wie eng technologische Entwicklungen und Community miteinander verbunden sind. Themen wie Künstliche Intelligenz, neue TYPO3-Features oder moderne Webarchitekturen standen klar im Fokus – gleichzeitig wurde aber deutlich, dass der eigentliche Mehrwert im Austausch zwischen den Teilnehmenden entsteht.
Ein besonderes Element für den Austausch war das bereits in mehreren Camps eingesetzte Speeddating-Format, initiiert von Daniel Fau, CEO der TYPO3 GmbH. In kurzen, strukturierten Gesprächsrunden hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, gezielt neue Kontakte zu knüpfen und ihr Netzwerk aktiv auszubauen. Der Fokus lag dabei auf dem persönlichen Kennenlernen und dem direkten Austausch auf menschlicher Ebene. Gerade für neue Teilnehmende erleichterte das Format den Einstieg in die Community.
Gerade im Spannungsfeld zwischen neuen Technologien und etablierten Systemen zeigte sich ein gemeinsames Verständnis: Fortschritt entsteht nicht durch blinden Hype, sondern durch reflektierte, praxisnahe Weiterentwicklung. Am Ende bleibt vor allem eines: eine offene, engagierte Community, die Wissen teilt, sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam an Lösungen arbeitet. 🧡
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