Die PET- und Kunststoffverpackungsindustrie befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die Nachhaltigkeitsanforderungen steigen, die regulatorischen Rahmenbedingungen werden komplexer und gleichzeitig erwarten die Märkte immer individuellere Produkte und kürzere Innovationszyklen.
Viele Unternehmen investieren deshalb in neue Maschinen, effizientere Produktionsprozesse oder nachhaltigere Materialien. Doch eine zentrale Herausforderung bleibt häufig unsichtbar – und genau deshalb wird sie oft unterschätzt: die Datenarchitektur hinter den Produkten.
Die unsichtbare Schwachstelle hinter Nachhaltigkeit, Variantenvielfalt und Regulierung
Denn während sich Produktionsanlagen und Materialien kontinuierlich weiterentwickeln, sind die zugrunde liegenden Datenstrukturen vieler Unternehmen historisch gewachsen. Produktdaten, Materialinformationen, Spezifikationen und Variantenlogiken existieren häufig in unterschiedlichen Systemen und sind nicht miteinander verbunden.
Was früher durch Erfahrung, manuelle Abstimmung oder Excel-Listen ausgeglichen werden konnte, wird heute zunehmend zur strukturellen Schwachstelle.

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Dort möchten wir uns gerne mit Ihnen unterhalten. Vereinbaren Sie einen persönlichen Termin mit Mike Streibl, Managing Director von +Pluswerk Regensburg, auf der Messe. Schicken Sie uns eine E-Mail mit Ihrem Wunschtermin, wir freuen uns auf Sie!
Das Problem ist selten die IT
In vielen Unternehmen der Verpackungsindustrie existiert bereits eine Vielzahl digitaler Systeme. ERP-Systeme verwalten Produktionsprozesse, Produktdatenbanken speichern technische Informationen und Dokumentenmanagementsysteme organisieren Spezifikationen und Zertifikate.
Trotzdem entsteht häufig kein konsistentes Gesamtbild der Produktinformationen. Der Grund dafür ist selten, dass Systeme fehlen. Viel häufiger liegt er darin, dass diese Systeme nicht auf einer gemeinsamen Datenlogik basieren.
Typische Symptome sind zum Beispiel:
- Produktinformationen liegen in mehreren Systemen vor.
- Varianten werden unterschiedlich modelliert.
- Nachhaltigkeitsdaten müssen manuell zusammengetragen werden.
- Vertriebsunterlagen basieren auf anderen Daten als Produktionssysteme.
Solche Situationen führen zu Medienbrüchen, manuellen Workflows und einem erhöhten Risiko für Fehler oder Inkonsistenzen. Mit zunehmender Produktkomplexität und steigenden regulatorischen Anforderungen wird dieses Problem immer deutlicher sichtbar.
Die PET-Industrie steht vor einer Datenherausforderung
In der PET-Industrie treffen mehrere Faktoren zusammen, die das Datenmanagement besonders anspruchsvoll machen.Einerseits wächst die Variantenvielfalt kontinuierlich. Unterschiede in Material, Gewicht, Form, Anwendung oder regionalen Anforderungen führen dazu, dass einzelne Produkte in zahlreichen Varianten existieren.
Andererseits steigen die Anforderungen an Transparenz und Nachweisbarkeit. Recyclingquoten, Materialherkunft, CO₂-Fußabdruck oder zukünftige digitale Produktpässe verlangen eine präzise Dokumentation entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Hinzu kommen internationale Lieferketten und zunehmend digitale Vertriebsprozesse, bei denen konsistente Produktinformationen eine zentrale Rolle spielen.
All diese Entwicklungen führen dazu, dass Produktdaten nicht mehr nur eine operative Rolle spielen. Sie werden zu einem strategischen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit.

Was eine echte „Daten-DNA“ bedeutet
In vielen Diskussionen fällt heute der Begriff „Single Source of Truth”. Damit ist eine zentrale, konsistente Quelle für Produktinformationen gemeint. Eine nachhaltige Lösung geht jedoch über diesen Begriff hinaus.
Eine moderne Datenarchitektur basiert auf einer klar definierten Daten-DNA des Unternehmens. Diese beschreibt die grundlegende Struktur, nach der Produkt-, Material- und Prozessinformationen organisiert sind.
Warum eine neue Plattform allein nicht ausreicht
Bei Datenproblemen reagieren viele Unternehmen zunächst mit der Einführung neuer Software. Produktinformationssysteme, Datenplattformen oder Integrationslösungen versprechen oft schnelle Verbesserungen. Solche Systeme sind zweifellos wichtige Bausteine einer modernen Datenstrategie. Dennoch lösen sie das grundlegende Problem allein selten.
Der Grund: Software implementiert Architektur, sie ersetzt sie nicht.
Ohne ein klar definiertes Datenmodell, klare Verantwortlichkeiten und eine durchdachte Integrationsstrategie bleibt auch eine leistungsfähige Plattform ein weiteres System in einer ohnehin komplexen IT-Landschaft. Erst wenn Technologie und Datenarchitektur gemeinsam betrachtet werden, entstehen stabile und skalierbare Lösungen.
Deshalb beginnt erfolgreiche Digitalisierung im Produktdatenmanagement nicht mit der Auswahl eines Tools, sondern mit der Frage: Wie sollen unsere Produktdaten strukturiert sein – heute und in Zukunft?
Datenarchitektur als Managementaufgabe
Datenarchitektur betrifft heute nicht mehr nur die IT-Abteilungen. Sie ist zu einer strategischen Managemententscheidung geworden. Produktdaten beeinflussen immer mehr zentrale Unternehmensbereiche wie Produktentwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing.
Auch das Nachhaltigkeitsreporting zur Erstellung der vorgeschriebenen regulatorischen Nachweise ist davon betroffen. Je besser diese Daten strukturiert und integriert sind, desto schneller können Unternehmen auf neue Marktanforderungen reagieren.
In der Praxis zeigt sich regelmäßig, dass Unternehmen, die ihre Datenarchitektur frühzeitig modernisieren, an Geschwindigkeit, Transparenz und Innovationsfähigkeit gewinnen.


